Andere Essstörungen Nicht näher bezeichnete Essstörungen

Die therapeutische Praxis zeigt, dass nur rund 40% der Betroffenen die definierten Merkmale einer Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa aufweisen. Der überwiegende Teil lässt sich nicht eindeutig einer Essstörungssymptomatik zuordnen. Deshalb wurde zur Klassifizierung eine weitere Kategorie eingeführt, die der „nicht näher bezeichneten“ Essstörungen. Zu dieser Kategorie gehören alle Essstörungen, die nicht die diagnostischen Kriterien für eine spezifische Essstörung wie Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa erfüllen.

Zum Beispiel wird die Diagnose „Nicht näher bezeichnete Essstörung“ gestellt, wenn:

  • bei einer Frau sämtliche Kriterien der Anorexia nervosa erfüllt sind, die Frau jedoch regelmäßig Menstruation hat
  • sämtliche Kriterien der Anorexia nervosa erfüllt sind, jedoch das Körpergewicht der Person trotz erheblichen Gewichtsverlustes noch im Normalbereich liegt
  • sämtliche Kriterien der Bulimia nervosa erfüllt sind, jedoch die „Essattacken“ und das unangemessene Kompensationsverhalten weniger häufig als zweimal pro Woche für eine Dauer von weniger als drei Monaten auftreten
  • eine normalgewichtige Person bereits nach kleineren Nahrungsmengen regelmäßig zu unangemessenen, gewichtsreduzierenden Maßnahmen greift
  • bei einer Person wiederholte Episoden von Essattacken auftreten, jedoch ohne die regelmäßigen, gewichtsreduzierenden Maßnahmen (z.B. selbst herbeigeführtes Erbrechen) 

Sonstige Essstörungen

  • Psychogener Appetitverlust (Appetitverlust aufgrund psychischer Probleme)
  • nicht organische Pica bei Erwachsenen (Essen von Dingen, die keine Lebensmittel sind, z. B. Papier, Sand etc.)

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