Hilfe durch Partner

Es ist nicht immer leicht, mit einem Menschen, der unter einer Essstörung leidet, zusammen zu leben. Partner fühlen sich oftmals ausgegrenzt und zurückgewiesen, vor allem, wenn von Seiten des Betroffenen die Krankheitseinsicht, die Gesprächsbereitschaft oder auch die Intimität fehlt. Partner können das Gefühl haben, dass sie den Betroffenen bei der Bewältigung ihrer Essstörung nicht helfen können oder, dass der Betroffene Hilfe nicht zulässt.

Die Betroffenen selbst finden manchmal erst nach einer langen Zeit die Motivation, Hilfe für sich in Anspruch zu nehmen und den Kampf gegen die Essstörung aufzunehmen. So kommen auch Partner häufig an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Doch das muss nicht sein. Partner können dazu beitragen, dass der Betroffene den Weg aus der Essstörung findet und können vor allem verhindern die Essstörung ungewollt zu verstärken. Holen Sie sich dafür Unterstützung!

Hilfreiche Tipps für Partner

  • informieren Sie sich über Essstörungen
  • sprechen Sie Ihren Partner offen auf Ihre Beobachtungen und Sorgen an, machen ihm aber keine Vorwürfe
  • informieren Sie sich gemeinsam über Behandlungsmöglichkeiten
  • unterstützen Sie Ihren Partner, wenn er bereit dazu ist, eine Therapie zu machen
  • zeigen Sie sich bereit in einer Paartherapie über die Funktion der Essstörung in Ihrer Beziehung zu sprechen
  • lassen Sie sich nicht auf Diskussionen über das Essen ein (z.B. "ich habe schon gegessen"), sondern lassen Sie die Eigenverantwortung für das Essen bei Ihrem Partner
  • seien Sie nicht überfürsorglich und bieten Sie Ihrem Partner nicht ständig Essen an und kochen für ihn
  • achten Sie auf Ihr eigenes Essverhalten und seien Sie ein gutes Vorbild (z.B. keine Diät, kein Essen aus Frust)
  • seien Sie offen für Gespräche mit Ihrem Partner und hören Sie sich die Sorgen an, fragen Sie ob und wie Sie helfen können
  • sprechen Sie aber nicht ständig mit Ihrem Partner über Essen, Gewicht und damit verbundene Sorgen
  • sagen Sie Ihrem Partner, wie es Ihnen in der Partnerschaft und mit der Essstörung geht
  • geben Sie Ihr soziales Leben nicht auf, treffen Sie Freunde und pflegen Sie Hobbys wie Sie es vor der Essstörung auch getan haben
  • holen Sie sich selbst Hilfe, z.B. suchen Sie eine Beratungsstelle aus
Angebote für Angehörige

Neben Themenabenden für Angehörige bietet ANAD auch Elternworkshops, Elterngruppen sowie Angebote für Familie und Geschwister an.

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