04.04.2012

Am seidenen Faden

Am seidenen Faden
Am seidenen Faden

„Ich bin zu dick. Ich hasse mich!“ Eine klapperdünne Marionette ist Gefangene ihrer eigenen Krankheit - Ihr Leben hängt am seidenen Faden.

Die Agentur Ogilvy Action hat gemeinsam mit ANAD und dem Düsseldorfer Marionetten-Theater mitten im Stück „Die Schöne und das Biest“ eine Extravorstellung eingelegt, um auf die Krankheit „Magersucht“ in kreativer Weise aufmerksam zu machen.

Essstörungen wie Magersucht und Bulimie sind Krankheitsbilder, die in unserer Gesellschaft leider häufig nicht thematisiert werden und gerade von vielen jungen Menschen heruntergespielt werden. Anorexie (Magersucht) verändert die Wahrnehmung und den Blick auf den eigenen Körper und verstärkt so den Wunsch, immer mehr abzunehmen, obwohl Betroffene oft bereits lebensgefährlich abgemagert sind. Genau auf diese Problematik möchte das Projekt „The Anorexic Marionette“ hinweisen. Als kurze Inszenierung, ähnlich einem Werbespot, der einen Film unterbricht, beschäftigt sie sich mit der Krankheit „Anorexie“: Vor Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren entblößt sich eine Marionette bis auf dass klapprige Skelett, beteuert trotzdem unerträglich dick zu sein und verheddert sich am Ende mit ihren spindeldürren Gliedern im Fadengewirr. Die Zuschauer des Stücks „Die Schöne und das Biest“ werden durch den „Spot“ zurück in die Realität gerissen und reagieren mit erst zurückhaltendem Beifall, aber großem Interesse: Das Thema berührt sie.

Im Anschluss an die Vorstellung liegen in der Lobby des Theaters Flyer mit dem Link zur Internetseite für Betroffene und Interessierte bereit. Außerdem ist eine dreidimensionale QR-Code-Installation im Foyer aufgestellt, die von den jungen Leuten nicht nur als spannend, sondern auch sehr informativ empfunden wird. Mit dem Code-Scanner ihres Smartphones können sie so blitzschnell zur ANAD-Dialog Internetseite von gelangen und sich zum Thema Magersucht und deren Behandlung informieren: www.anad.de/marionette.

Magersucht gehört mit rund 500.000 Betroffenen in Deutschland zu den gefährlichsten und häufigsten psychischen Störungen unserer Zeit. Seit 1984 betreut und therapiert ANAD Betroffene, berät deren Angehörige und informiert Lehrer und Fachleute zum Thema Essstörungen. In den Wohngruppen des gemeinnützigen Vereins aus München werden Betroffene unter anderem bei der Integration in Schule und Beruf unterstützt und durch Einzel- und Gruppenangebote ihre Selbstständigkeit im Alltag gestärkt.

Das Video zur Extravorstellung ist in der Mediathek vorzufinden:

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