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Ursachen von Essstörungen

Essstörungen sind multifaktoriell bedingt und haben somit nie nur eine Ursache. Sie entstehen durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Aus diesem Grund sollten weder Betroffene noch Angehörige oder Partner sich fragen, ob sie Schuld an der Entstehung der Essstörung haben. Denn die Beschäftigung mit der Schuldfrage hilft im Heilungsprozess nicht weiter. Manche Faktoren können nicht beeinflusst werden oder können zumindest heute nicht mehr verändert werden. Die Suche nach den Ursachen ist dennoch notwendig für die Therapie des Betroffenen, um die Entstehung der Erkrankung zu verstehen und um beeinflussbare Faktoren positiv zu verändern.

 

Einige mögliche Ursachen sollen im Folgenden aufgezeigt werden:

 

Biologische Ursachen

  • genetische Disposition 
  • Einfluss bestimmter Hormone und Neurotransmitter
  • individuelles Normalgewicht ist genetisch bedingt

 

Individuelle Ursachen

  • geringes Selbstwertgefühl
  • hoher Perfektionismus
  • hoher Leistungsanspruch
  • hohes Kontrollbedürfnis
  • geringe Konfliktfähigkeit
  • traumatische Erlebnisse, wie z.B. sexueller Missbrauch
  • Schwierigkeiten bei der Stressbewältigung
  • Fütterstörungen, Essprobleme oder Übergewicht in der Kindheit

Familiäre Ursachen

  • Essstörung oder andere psychische Erkrankung eines Elternteils
  • Fehlen positiver Vorbilder in Bezug auf Essverhalten oder Figur
  • fehlende Streitkultur
  • Unterdrückung von negativen Gefühlen
  • problematische Ablösungsprozesse, z.B. übermäßige Kontrolle durch die Eltern
  • Übernahme von zu viel Verantwortung durch das Kind (z.B. nach Scheidung)

 

Soziokulturelle Ursachen

  • vorherrschendes Schönheitsideal, verbreitet durch die Medien
  • Thematisierung von Essen, Figur, Gewicht und Aussehen unter den Gleichaltrigen
  • Vergleich unter Gleichaltrigen, Mobbing oder negative Kommentare