Therapieformen bei Essstörungen
THERAPIEFORMEN BEI ESSSTÖRUNGEN
Wie finde ich den richtigen Therapeuten?
Für die Wahl des Therapeuten gilt: Das wichtigste ist, dass du das Gefühl hast, einem Menschen gegenüber zu sitzen, mit dem du gut reden kannst und zu dem du Vertrauen hast. Denn schließlich wirst du mit ihm oder ihr ganz persönliche körperliche und seelische Probleme besprechen. Darüber hinaus sollte sich der Therapeut mit Essstörungen auskennen.
Wichtig ist, dass du dir folgendes klar machst, bevor du die Therapie antrittst: Eine Therapie bedeutet immer viel Arbeit. Sie kann auch Schmerzen bereiten, aber Gefühle, die du vielleicht lange verdrängt hast, bewusst zu durchleben, ist ein wichtiger Schritt, um gesund zu werden.
Was muss ich im Erstgespräch beachten?
Nur wenn du dir wirklich ganz sicher bist, solltest du deinem Therapeuten gleich im ersten Gespräch sagen, dass du mit ihm bzw. ihr arbeiten willst - niemand kann das von dir verlangen. Geh' lieber erst mal nach Hause, schlafe darüber und sprich eventuell auch noch mit weiteren Therapeuten. Erst wenn du dich wirklich wohl mit einem Therapeuten fühlst, solltest du dich für ihn/sie entscheiden. Achte dabei vor allem auch auf dein Bauchgefühl! Übrigens: Diese Vorgespräche werden in den allermeisten Fällen von den Kassen finanziert.
Welche Therapieformen gibt es?
Es gibt zwei klassische Therapiemethoden, die von den Krankenkassen bezahlt werden: die Verhaltenstherapie und die Psychoanalyse. In den letzten Jahren geht man jedoch in der Behandlung von Essstörungen immer mehr dazu über, auch andere Therapien anzuwenden, zum Beispiel Methoden aus der Familientherapie, Körpertherapie, Hypnose, Musik-, Tanz- und Bewegungstherapie und Gestalttherapie.
Und wie finde ich heraus, welche Therapie die richtige für mich ist?
Für welche Form der Therapie du dich entscheidest, ist nicht nur eine Zeitfrage, sondern hängt auch davon ab, wie weit bzw. tief du in der Therapie gehen willst. Eine analytische Therapie ist in aller Regel wesentlich zeitintensiver, eine Verhaltenstherapie setzt eher an den aktuellen Symptomen an. Außerdem sind die verschiedenen therapeutischen Richtungen unterschiedlich gut geeignet für verschiedene Krankheitsbilder.
Was kostet eine Therapie?
Eine Therapie von der Kasse erstattet zu bekommen, ist in der Regel kein
Problem - zumindest bei einer Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse. Bei anderen Methoden, wie zum Beispiel einer Gestalttherapie oder einer Körpertherapie, solltest du im Einzelfall immer bei deiner Kasse nachfragen, ob die Kosten übernommen werden.
Erkundige dich unbedingt schon vor dem ersten Gespräch mit deinem zukünftigen Therapeuten, ob er eine Therapie über die Kasse abrechnen kann und welche Kosten auf dich zukommen werden.
Und welche Klinik ist bei einer Essstörung geeignet?
Der große Vorteil einer psychosomatischen Klinik liegt darin, dass dir dort ein breites Angebot an Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung steht. Neben Ärzten und Psychologen beschäftigen viele Kliniken Ernährungsberater.
Wenn du das Gefühl hast, eine intensive Betreuung zu brauchen, aber vor einem Klinikaufenthalt zurückschreckst, weil er sich nicht mit deiner Ausbildung, deinem Studium oder anderen Lebensbedingungen vereinbaren ließe, kannst du darüber nachdenken, ob die ANAD therapeutische Wohngruppen für dich in Frage kommen.
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