Essstörungen - Hilfe für Angehörige
TIPPS FÜR ANGEHÖRIGE, FREUNDE, LEHRER:
HILFE FÜR ANGEHÖRIGE
Wo finde ich als Angehöriger Hilfe?
Viele Angehörige empfinden es als sehr hilfreich, sich mit anderen Eltern oder Partnern von Menschen mit Essstörungen auszutauschen. Sie merken, dass diese mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen haben wie sie selbst und ihnen aus dieser Erfahrung heraus Hinweise und Tipps geben können.
Am besten, Sie wenden sich zunächst an Beratungsstellen für Essstörungen, die zum Teil auch spezielle Elternseminare anbieten, eine Familien- und Eheberatungsstelle oder eine Selbsthilfegruppe in Ihrem Wohnort. Auch ANAD bietet in regelmäßigen Abständen Elternseminare in München an.
Sollten auch Angehörige eine Therapie oder Beratung aufsuchen?
Gerade wenn Sie längere Zeit mit der Essstörung bei einem Ihnen nahe-
stehenden Menschen konfrontiert sind, kann es gut sein, dass diese auch zu
Ihrem Problem wird. Vielleicht fühlen Sie sich hilflos und deprimiert, weil Ihre
Versuche zu helfen bisher fehlgeschlagen sind. Vielleicht fühlen Sie sich schul-
dig, weil Sie das Gefühl haben, für die Essstörung Ihres Kindes oder Partners
mitverantwortlich zu sein. Vielleicht sind Sie in der Auseinandersetzung mit der
Krankheit auch darauf gestoßen, dass Sie selbst ein Problem in Ihrer Partnerschaft oder in einem anderen Bereich haben. Wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, sollten Sie sich nicht scheuen, selbst Hilfe von außen zu suchen.
Wann macht eine Paar- oder Familientherapie Sinn?
Wer in einer Familie oder Zweierbeziehung lebt, ist Teil eines Systems - dieses in die Therapie mit einzubeziehen, kann sinnvoll sein. Wenn eine Essstörung eng mit der Partnerschaft zusammenhängt, ist eine Paartherapie ratsam. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Erkrankung erst im Laufe dieser Beziehung entstanden ist oder aber starke Auswirkungen auf das Zusammensein der beiden Partner hat. Eine Familientherapie ist sinnvoll, wenn der/die Betroffene noch eng in das Familienleben im Elternhaus eingebunden ist, was meist bei jüngeren Patienten der Fall ist. Aber auch bei einer 19jährigen kann eine Familientherapie Sinn machen - das hängt ganz von der individuellen häuslichen Situation ab. Die Bereitschaft aller Beteiligten ist dazu aber unerlässlich.
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