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Häufig gestellte Fragen zum Thema Essstörungen

 

 

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

VON ELTERN, ANGEHÖRIGEN UND FREUNDEN

 

 

Aufgrund vieler Fragen, die uns in Form von e-Mails und Briefen erreicht haben, hat ANAD eine Liste mit häufig gestellten Fragen und den dazu gehörenden Antworten rund um das Thema Essstörung zusammengestellt.

 

Wenn du weitere Fragen hast, die nicht in dem Fragenkatalog aufgeführt sind, kannst du natürlich per e-mail (kontakt@anad.de) mit uns in Kontakt treten, wir helfen dir gerne weiter.

 



Was gibt es für Hilfsmöglichkeiten für Angehörige von Menschen, die an einer Essstörung leiden?
Angehörige können sich zum Beispiel Hilfe und Unterstützung in einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von essgestörten Menschen holen oder eine ambulante Einzeltherapie machen. Weiterhin gibt es in Beratungsstellen, wie zum Beispiel ANAD in München, die Möglichkeit, an einem Elternseminar teilzunehmen. Wenn die Ursachen der Essstörung in Zusammenhang mit der Familiensituation stehen, kann eine Familientherapie hilfreich sein.
Was gibt es für Hilfsmöglichkeiten für Menschen, die an einer Essstörung leiden?
Im Bereich Essstörungen gibt es ein breites Spektrum an Therapiemöglichkeiten. Der erste Schritt sich Hilfe zu holen, ist, sich an eine Beratungsstelle zu wenden, die Erfahrungen mit Essstörungen hat. Dort kann man sich einem professionellen Berater anvertrauen und sich über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten und Therapiemethoden beraten lassen.

Was kann ich tun, wenn eine volljährige Person sich in einem lebens-bedrohlichen Zustand befindet und keine Hilfe annehmen möchte?
Auch wenn Betroffene volljährig sind und sich in einem lebensbedrohlichen Zustand befinden, müssen Angehörige/ nahe stehende Personen Verantwortung über das körperliche Wohl der Person übernehmen. Es besteht die Möglichkeit, beim Vormundschaftsgericht das Betreuungsrecht zu beantragen. Über dieses Betreuungsrecht kann, wenn Gefahr in Verzug ist, vorübergehend ein Betreuer für die betroffene Person herangezogen werden, welcher z. B. die Einweisung der Betroffenen in eine Klinik übernimmt. Die Voraussetzungen für eine Betreunung nach § 1896 BGB sind, dass der Volljährige entweder psychisch krank ist oder eine körperliche, geistige oder seelische Behinderung vorliegt und Gefahr im Verzug ist. Die Betreuung muss nicht zwangsläufig von den Eltern beantragt werden.

Was kann ich tun, wenn eine minderjährige Person in einen lebens-bedrohlichen Zustand kommt und keine Hlife annehmen möchte?
Wenn sich eine Person in ein lebensbedrohliches Untergewicht gehungert hat, ist es die Aufgabe der Angehörigen und nahestehenden Personen, Verantwortung für das körperliche Wohl der betroffenen Person zu übernehmen. Bei einem lebensbedrohlichen Zustand muss das Kind/ der Jugendliche über einen Arzt in eine Klinik eingewiesen werden.

Wie gehe ich als Angehöriger oder nahestehende Person mit jemandem um, der an einer Essstörung leidet?
Voraussetzung ist, dass man sich über das Krankheitsbild informiert und Verständnis dafür aufbringt. Man kann demjenigen sagen, dass man sich Sorgen um ihn macht und ihn immer wieder auf sein Essverhalten ansprechen, ohne ihn unter Druck zu setzen. Es hilft wenig, Betroffene in ihrem Essverhalten beeinflussen zu wollen, zu kontrollieren oder zum Essen bewegen zu wollen. Man kann nicht die Krankheitseinsicht erzwingen, sondern nur in Gesprächen dazu anregen, dass die Betroffene über ihr Verhalten nachdenkt. Oftmals muss sie erst die negativen Konsequenzen ihres Verhaltens spüren, bis sie bereit ist, an ihrem Verhalten etwas zu ändern und Hilfe anzunehmen - bei Essstörungen ist in aller Regel professionelle Hilfe unverzichtbar!

Wie erkenne ich, dass jemand an einer Essstörung leidet? Was sind Warnsignale?
Warnsignale sind, wenn sich alles nur noch um Essen, Figur und Gewicht dreht. Das Essen ist meist sehr konfliktbeladen, der normale Zugang zum Essen ist verloren gegangen, Hunger und Sättigung werden nicht mehr wahrgenommen. In der Regel fühlt sich der/die Betroffene in seinem Körper unwohl.

Diäten sind häufig der Einstieg in eine Essstörung. Bedürfnisse des Körpers werden übergangen und auch nicht mehr wahrgenommen. Das Hungergefühl wird als bedrohlich empfunden und muss unterdrückt und unter Kontrolle gehalten werden. Nahrungsmittel werden in "erlaubte" (z. B. kalorienarm) und "unerlaubte" (z. B. kalorienreich) unterteilt. Hobbies, Freunde, Familie werden unwichtig. Betroffene haben keinen Spaß mehr an Dingen, die ihnen sonst Spaß gemacht haben, und sie isolieren sich oftmals von der Umwelt.

Hinter einer Essstörung stehen seelische Ursachen, die über das Essen oder Nicht - Essen ausgedrückt werden.



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