Tipps für Ärzte: Hinweise zur Untersuchung
TIPPS FÜR ÄRZTE:
HINWEISE ZUR KÖRPERLICHEN UNTERSUCHUNG
Bei der medizinischen Betreuung von Patienten mit Essstörungen ist stets zu berücksichtigen, dass die Betroffenen in aller Regel erhebliche Probleme im Umgang mit dem eigenen Körper haben:
Das sind neben Schwierigkeiten eigene Körpervorgänge wie Hunger und Sättigung wahrzunehmen, Störungen des Körperbildes sowie eine massive Ablehnung des eigenen Körpers (Scham, Ekel).
Darüber hinaus hat ein Teil der Patienten körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren.
Untersuchungen, die ein Freimachen vor allem intimer Körperteile erfordern, machen gerade diesen Patienten Angst und können z.B. bei Vorliegen einer Posttraumatischen Belastungsstörung krisenhafte Entwicklungen auslösen (Dissoziationen, Intrusionen, Flash backs, Panikattacken, usw.).
Körperliche Untersuchungen sollten daher immer angekündigt werden und nur in soweit erfolgen, wie die Patienten diesen zustimmen.
Sehr schwierig gestalten sich hierbei gynäkologische Untersuchungen, nicht selten vermeiden Patientinnen diese über Jahre hinweg. Von der Gynäkologin ist daher besonders viel Einfühlungsvermögen gefragt; es sollte keine vaginale Untersuchung ohne explizite Zustimmung der Patientin erfolgen.
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