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Tipps für Ärzte: Wissenswertes

 

 

 

TIPPS FÜR ÄRZTE:

GRUNDSÄTZLICHES ZUM THEMA ESSSTÖRUNGEN

 

 

 

Wieso ist es so wichtig, dass Ärzte über Essstörungen Bescheid wissen?

 

Da viele Betroffene ihre Erkrankung verleugnen und Ausreden parat haben, weshalb sie so dünn sind – „das liegt in der Familie“, diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten, viel Sport, Stress, usw. besteht die Gefahr, dass die Erkrankung bei ärztlichen Konsultationen häufig nicht als solche erkannt wird.
Essstörungen sind zudem mit starken Scham- und Schuldgefühlen verbunden, vor allem, wenn Ess-Brech-Anfälle auftreten, weshalb sich die Patienten meistens nur schwer öffnen. Außerdem sind die Betroffenen bei Magersucht häufig stolz darauf, ihre Hungergefühle und ihren Körper so gut „unter Kontrolle zu haben“ und zeigen daher wenig Krankheitseinsicht bzw. Veränderungsmotivation.
Sie schildern anfangs meist nur körperliche Symptome, häufig Magen-Darm-Beschwerden, wie Sodbrennen, Meteorismus, Obstipation, Bauchschmerzen. Die Folge ist nicht selten eine umfangreiche Diagnostik, welche in der Regel keine nennenswerten Befunde erbringt. Dabei bleibt die eigentliche Ursache unklar, und es erfolgt eine rein symptomatische Behandlung.

 

 

Was kann ich den Betroffenen mitgeben?


Essstörungen sind schwerwiegende Erkrankungen, die in aller Regel eine intensive professionelle Begleitung erfordern. Von zentraler Bedeutung für den weiteren Behandlungsverlauf ist es daher, die Betroffenen zu motivieren, sich weitere professionelle Unterstützung zu suchen und sie nicht mit dem Gedanken „Das schaffe ich schon alleine“ bzw. „Das muss ich alleine schaffen“ aus der Praxis gehen zu lassen.


Sie können Adressen und Flyer von Beratungsstellen mitgeben oder diese im Wartezimmer auslegen.
Einschlägige Informationsangebote im Internet können Betroffenen die Ernsthaftigkeit der Essstörung nahe bringen, über Beratungs- und Therapieangebote informieren und das Gefühl vermitteln, mit den Problemen nicht alleine dazustehen.


Auch eine Liste körperlicher Begleit- und Folgeerscheinungen kann unter Umständen hilfreich sein, Betroffene zu weiterer professioneller Unterstützung zu motivieren.

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