ANAD Wohngruppen: Erlebnisbericht vom Klettern
ANAD WOHNGRUPPEN:
ERLEBNISBERICHTE VON PATIENTINNEN
Berichte von ANAD - Patientinnen, die an einer Ferienfahrt in die Berge teilgenommen haben
Julia, 15 Jahre:
„Für mich persönlich waren diese Tage etwas ganz Besonderes. Zwar war ich am Anfang etwas skeptisch, aber auch offen für Neues, vor allem für neue Leute. Mir hat diese Fahrt auf jeden Fall mehr Selbstvertrauen geschenkt und auch in gewisser Weise mehr Selbstsicherheit. Ich habe mich in der Gruppe auch getraut, so zu sein, wie ich bin! Das Klettern war für mich eh die beste Erfahrung, vielleicht werde ich es auch weiter betreiben. Das Wandern bzw. Bergsteigen ist nicht so mein Ding, allerdings habe ich auch gemerkt, wie ich mir etwas gut bzw. schlecht reden kann. Zum Schluss hin fand ich es dann auch ganz lustig. Alles in allem bin ich sehr froh, mitgefahren zu sein.
Margarete, 17 Jahre:
„Es bleibt als eine unvergessliche, einfach geniale Ferienfahrt für mich in Erinnerung. Ich war nicht nur einmal an dem Punkt angelangt, an dem ich ernsthaft mit dem Gedanke spielte, wieder zurück nach München zu fahren, da ich sehr mit meinen Gefühlen, auch in Bezug auf das Essen, kämpfen musste. Zurückblickend hätte ich einen großen Fehler damit begangen. In einem Gespräch mit einem anderen Mädchen, die auch an der Fahrt teilgenommen hatte, wurde mir bewusst: Ich muss bleiben, denn ich will meine Essstörung los werden! Am Ende der Fahrt war ich glücklich, dass ich so viele neue Menschen kennen gelernt hatte und zugleich stolz, diese Hürde geschafft zu haben auf dem Weg, meine Essstörung zu besiegen.
Danke an die Betreuer und die Gruppe. Ihr wart super!
Nina, 24 Jahre:
"Wir konnten unseren Körper auf neue Weise entdecken.
Wir spürten das Ziehen in den Armen,
wir bemerkten das Brennen in den Oberschenkeln,
die Natur machte unseren Einsatz auf gesundem Weg bewusst!
Wir nahmen den Schweiß auf unserer Stirn war,
wir gierten nach Wasser, um in der Hitze unseren Durst zu stillen,
wir bemerkten, wie leicht es fällt zu atmen, wenn jemand einen Moment lang mit Freude und Stolz erfüllt wird und einige von uns entdeckten etwas lang Verlorenes wieder, nämlich die Fähigkeit Hunger zu spüren und diesem Bedürfnis auch nachzugehen.
Ja, der Ausflug war eine richtige Entscheidung, eine Entscheidung zur Heilung, und ein JA zum Leben!"
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