Häufig gestellte Fragen zum Thema Essstörungen
HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN - FAQs :
ALLGEINE FRAGEN ZU DEN KRANKHEITSBILDERN
Aufgrund vieler Fragen, die uns in Form von e-Mails und Briefen erreicht haben, hat ANAD e.V. eine Liste mit häufig gestellten Fragen und den dazu gehörenden Antworten rund um das Thema Essstörung zusammengestellt.
Wenn du weitere Fragen hast, die nicht in dem Fragenkatalog aufgeführt sind, kannst du natürlich weiterhin per e-mail (kontakt@anad.de) mit uns in Kontakt treten.
Äußert sich eine Bulimie in Erbrechen?
Die meisten Menschen mit Bulimie erbrechen, aber nicht alle. Das typische an der Bulimie ist, dass du Essanfälle hast. Danach hast du ein schlechtes Gewissen und möchtest das rückgängig machen, indem du z.B. erbrichst, Abführmittel nimmst, extrem viel Sport machst, hungerst usw.
Hat man nur Magersucht, wenn man gar nichts isst?
In ganz extremen Fällen essen die Betroffenen tagelang gar nichts. Die meisten essen ein bisschen und das dann extrem langsam und umständlich. Auf jeden Fall essen sie viel weniger, als der Körper für seine Aufgaben braucht. Sie haben panische Angst davor zuzunehmen und nehmen sich selbst dicker wahr als sie sind.
Sind alle, die eine Essstörung haben, dünn?
Nein. Viele mit Bulimie sind normalgewichtig. Und: auch Übergewicht kann ein Zeichen für eine Essstörung sein. Eine Essstörung erkennt man nicht unbedingt am Gewicht, sondern daran, dass diejenige ein gestörtes Verhältnis zum Essen hat.
Meine Freundin hat seit den Sommerferien total abgenommen. Sie ist auch blass und lacht nur noch selten. Ich mache mir Sorgen. Ist sie vielleicht magersüchtig?
Gut, dass du auf deine Freundin achtest. Du machst dir zurecht Sorgen, was du beschreibst kann eine Magersucht – oder eine andere Krankheit sein. Etwas scheint passiert zu sein. Rede mit ihr. Ohne Vorwurf. Sorge für eine schöne Atmosphäre unter vier Augen, sag ihr, wie wichtig sie dir ist. Beschreibe, was du beobachtest und wie sich das für dich anfühlt. Rede nicht nur von ihrem Gewicht, frage sie vor allem, was sie so bedrückt. Biete ihr an, ihr zuzuhören und sie zu einer Beratungsstelle zu begleiten. Damit hast du ihr schon sehr geholfen.
Habe ich eine Essstörung, wenn ich Übergewicht habe?
Eine Essstörung lässt sich nicht am Gewicht festmachen. Eine Essstörung hast du, wenn du mit dem Essen – oder Nicht-Essen – seelischen Schmerz verdrängst oder einen inneren Hunger stillen willst. Also dann, wenn es nicht mehr darum geht, satt zu sein und sich wohl zu fühlen. Finde heraus, was hinter deinem Übergewicht steht. Freunde, Familie, dein Hausarzt und auch ein Besuch bei einer Beratungsstelle können dir dabei helfen.
Wie schaffe ich es, gesund abzunehmen?
Gesund ist vor allem, was dir gut tut. Achte deshalb sehr auf dich: iss, wenn du hungrig bist und höre auf, wenn du satt bist. Sorge für einen abwechslungs-reichen Speiseplan. Alles ist erlaubt. Knabbere abends vor dem Fernsehen lieber Obst und Gemüse mit Dip als Chips und Schokolade. Bewegung an der frischen Luft kurbelt den Stoffwechsel an. Deshalb: mal mit dem Fahrrad in die Schule fahren oder mal eine halbe Stunde joggen gehen.
Was sind körperliche Folgeerscheinungen bei Essstörungen, und wie wirken sie sich aus?
Die körperlichen Folgeerscheinungen können je nach Essstörung verschieden sein. Hier sehen Sie eine Übersicht über die körperlichen Folgeerscheinungen der einzelnen Essstörungen.Wir möchten darauf hinweisen, dass die Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Bei den ersten Anzeichen von körperlichen Folgeerscheinungen suchen Sie bitte sofort einen Arzt auf.
Anorexia nervosa:
Ausbleiben der Menstruationsblutung, chronische Verstopfung, niedrige Pulsfrequenz, Haarausfall, niedrige Körpertemperatur, Stoffwechselstörungen, Wachstum von Babyflaumhaar am ganzen Körper, Frieren, Osteoporose, Minderwuchs, Gehirnschrumpfung
Bulimia nervosa:
starke Gewichtsschwankungen, Müdigkeit, Mattigkeit, Lustlosigkeit, Schlafstörungen, Haarausfall, Karies, Menstruationsstörungen, Verstopfung, Elektrolytentgleisungen
Adipositas:
Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Diabetes mellitus, Gicht, Schlaganfälle, vorzeitige Gelenkverschleißerscheinungen, Bandscheibenvorfälle, Zyklusstörungen
Können Essstörungen mit anderen Erkrankungen in Zusammenhang stehen?
Essstörungen können in Zusammenhang mit anderen körperlichen (z. B. Diabetes mellitus) und psychischen Erkrankungen stehen. Essstörungen können auch gemeinsam mit anderen Suchterkrankungen wie Alkoholabhängigkeit oder anderen Substanzabhängigkeiten auftreten. Es können auch Suchtmittel herangezogen werden, um die Funktion der Essstörung zu unterstützen.
Essstörungen können auch in Kombination mit einer Selbstverletzungs-problematik wie z. B. Schneiden mit Messern, Zufügen von Brandwunden u.s.w. auftreten.
Können Männer auch an Essstörungen leiden?
Essstörungen betreffen nicht nur Frauen. Ca. 10 % der essgestörten Menschen sind Männer. Oftmals ist es für Männer sehr schwierig Hilfe anzunehmen, da Essstörungen immer noch als "typische Frauenkrankheit" gelten. Besonders Männer in bestimmten Berufen wie Tänzer, Models oder Hochleistungssportler sind gefährdet eine Essstörung zu entwickeln. Männer können genau wie Frauen die Hilfsangebote der Beratungsstellen und Kliniken in Anspruch nehmen.
Wie wird der Gewichtsbereich bei Kindern bestimmt?
Im Gegensatz zu Erwachsenen wird für Kinder und Jugendliche bis mindestens 16 Jahren nicht der BMI zur Berechnung herangezogen, da sich Kinder und Jugendliche noch im Wachstum befinden. Hier werden so genannte Perzentilen, das sind Wachstums- und Gewichtskurven, verwendet, in die Alter, Gewicht und Körpergröße einfließen. Im Einzelfall sollte die Perzentile eines Kindes bei einem Arzt bestimmt und besprochen werden.
Wie und wo bekommt man Informationsmaterial und/oder Literaturhinweise zum Thema Essstörungen?
Du bekommst zum Beispiel Informationsmaterial zum Thema Essstörung zugeschickt, wenn Du an folgende Adresse:
ANAD e.V.
Poccistr. 5
80336 München
Deine eigene Adresse, einen frankierten DIN A4-Rückumschlag und 2,90 EURO (2x1,45 EURO) in Form von Briefmarken als Unkostenbeitrag für Kopien sendest. Bitte in Kurzform den Zweck des Info-Materials angeben.





